
Die Mutter in Dir finden
Bereits 2018 habe ich einen Blog zum Thema Mütterlich mit sich selbst sein geschrieben: https://fruchtbarkeitsmassage.ch/muetterliche-und-vaeterliche-liebe-fuer-dich/ In den letzten 7 Jahren meiner Praxistätigkeit habe ich, wie bereits zuvor, immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Gerade dann, wenn man selbst Mutter – oder auch Vater – werden möchte, oder bereits ist. Jetzt erscheint es mir an der Zeit nochmals darüber zu schreiben. Denn die Welt um uns herum ist noch hektischer, unruhiger und verunsichernder geworden. Da braucht es unsere innere Mutter mehr denn je.
Persönlichkeitsanteile
Bestimmt hast Du auch schon von Persönlichkeitsanteilen gehört. Jeder Mensch hat mehrere davon. Bekannt sind vor allem das innere Kind oder auch der innere Kritiker. Es sind Teile unserer Persönlichkeit, die mit bestimmten Emotionen, Ueberzeugungen oder Verhaltensweisen verbunden sind. Nicht immer und überall zeigen wir bestimmte davon. So kennst Du das sicher auch, dass vielleicht jemand mal zu Dir gesagt hat: „So kenne ich Dich gar nicht.“ oder „So hab ich Dich noch nie erlebt.“ Doch, auch das bist Du! Jeder Persönlichkeitsanteil Deiner selbst gehört zu Dir und hat eine Funktion. In bestimmten Situationen brauchen wir mal den einen, mal den anderen. Wichtig ist es, sich einerseits dieser verschiedenen Anteile bewusst zu sein/werden. Und andererseits sie sowohl zu akzeptieren, wie auch zu integrieren.
Die Mutter in Dir
Auch der mütterliche Anteil ist ein Teil Deiner Persönlichkeit. Er beinhaltet 2 Aspekte: Das mütterlich sein, sich kümmern und für andere da sein; aber auch für und mit sich selbst mütterlich sein. Der erste Anteil ist bei den meisten Frauen gut bzw. sehr stark entwickelt. wo hingegen der zweite leider eher verkümmert und wenig bis fast gar nicht vorhanden ist.
Bedeutung des mütterlich Seins
Viele Frauen beantworten dementsprechend meine Frage: „Wie mütterlich kannst Du mit Dir selber sein?“ mit nachdenklicher Zurückhaltung. Wenn ich hingegen frage, wie stellst Du Dir Dich als zukünftige Mutter vor, dann sprudeln die Attribute, wie z.B.: geduldig, liebevoll, wertschätzend, fürsorglich, tröstend, lobend, immer annehmend, Sicherheit und Geborgenheit vermittelnd und viele mehr. Wenn ich dann frage, kannst Du Dir all dieses auch selbst geben, herrscht eher Stille, bzw. wird es zumeist verneint.
Weshalb die mütterliche Instanz für uns so wichtig ist
Frauen sind in der heutigen, westlichen Gesellschaft mit vielen Herausforderungen und Ansprüchen konfrontiert. Sie sollen sowohl beruflich als auch privat erfolgreich sein. Dazu kommen auch noch – durch Social Media befeuert – die äusserlichen Ansprüche, bzw. die stetige Selbstoptimierung dazu. Viele Frauen finden kaum einen Moment der Ruhe und Einkehr für und bei sich selbst. Dabei wäre das so dringend nötig!
Deshalb ist unsere innere Mutter so wichtig für uns! Sie ist unsere innere Stimme, die uns ermahnt: Pass auf Dich auf! Uns einlädt: Komm, ruh Dich aus!, Leg Dich hin! Mach eine Pause! Sie ist immer für uns da, ohne zu werten, ohne zu verlangen. Sie ist der Ort in uns selbst, wo wir einfach sein können, uns ausruhen; angenommen und geliebt!
Wie finde ich Zugang zu meiner inneren Mutter?
Wenn die innere Mutter lange „verschollen“ war, geht es meist nicht von heute auf morgen, dass wir wieder Zugang zu ihr finden, bzw. ihre „Stimme“ hören. Doch Du kannst zb. wie oben beschrieben, überlegen, bzw. aufschreiben, wie welche Attribute Du einer guten Mutter zuordnen würdest. Ungeachtet dessen, ob Du bereits Mutter bist oder es noch werden möchtest. Dann suchst Du Dir eines davon heraus zu Beginn: Wie z.B. „liebevoll“. Nimm Dir nun vor, dass Du in den nächsten Tagen oder auch Wochen Deine innere liebevolle Mutter walten lässt. Stell es Dir auch ganz konkret und vielleicht sogar in bestimmten Situationen vor. Wie wäre das? Was würde sie sagen, wie reagieren und wie würde sich das für Dich anfühlen? Versuche diesen liebevollen Anteil in Dir und für Dich von Tag zu Tag zu stärken und Dir dessen bewusst zu sein/werden. Nach einer gewissen Zeit kannst Du vielleicht auch einen anderen Anteil dazunehmen. So wirst Du nach und nach diese mütterliche Energie in Dein Leben integrieren können.
Das innere Kind
Ein anderer, guter Ansatz ist es, einen weiteren Persönlichkeitsanteil in Dir zu aktivieren, bzw. diese beiden dann miteinander interagieren lassen; nämlich das/Dein inneres Kind.
Dieser Persönlichkeitsanteil ist jener in uns, der umsorgt, behütet, gelobt und geliebt werden möchte. Auch dieser Anteil ist meist in unserem Alltagsleben kaum vorhanden oder verkümmert. Doch mit Deiner mütterlichen Instanz, bzw. Deiner inneren Mutter kannst Du Dich nun genauso um Dein inneres Kind kümmern und damit zwei Persönlichkeitsanteile in Dir stärken, die einander nicht nur brauchen, sondern sich gleichzeitig und gegenseitig stärken.
Dialog zwischen Mutter und Kind
Damit das klappt, versuche einen inneren Dialog zwischen Deiner Mutterinstanz und Deinem inneren Kind herzustellen. Nimm am besten eine konkrete Situation als Beispiel. Eine, die bereits passiert ist, oder auch eine, die immer wieder mal vorkommt. Stell Dir dann Dein inneres Kind darin vor. Wie geht es ihm, was braucht es jetzt? Vielleicht kommen Sätze wie: „Ich bin traurig!“, „Ich fühle mich allein!“, „Ich weiss nicht, ob ich das kann!“ So oder ähnliches.
Bis anhin wurden diese Zweifel Deines inneren Kindes vielleicht nicht so gehört oder ernst genommen. Doch jetzt kann Deine innere Mutter dies übernehmen. Was denkst Du, würde sie in jener Situation zu Deinem inneren Kind sagen? Sätze wie: „Ich bin für Dich da!“, „Du bist nicht allein!“, „Ich glaube an Dich, Du schaffst das!“, „Ich hab Dich lieb!“
Versuche einen solchen Dialog mal vor Deinem inneren Auge und Ohr abzuspielen. Achte auf Deine Gefühle dabei und vor allem danach. Wie geht es Deinem inneren Kind jetzt mit Deiner inneren Mutter an Deiner Seite? Und wie geht es Dir?
Als Mutter mütterlich sein
Manche Frauen erzählen mir auch, dass sie diese mütterliche Liebe selbst nie so richtig bekommen haben mit der eigenen Mutter. Gerade deshalb ist der Wunsch und die Sehnsucht, es bei den eigenen Kindern alles anders zu machen sehr gross. Für sie möchten Frauen eine gute Mutter sein.
Vergiss dabei aber nicht, dass Du gerade für Deine (zukünftigen) Kinder auch ein Vorbild bist. Und genauso, wie Du mit Dir selbst umgehst, so lernen es auch Deine Kinder von Dir. Das heisst konkret, wenn Du mit Dir selbst mütterlich, liebevoll und achtsam sein kannst, dann bist Du auch für Deine Kinder authentisch und glaubwürdig und sie werden es Dir nachtun. Deshalb ist Deine mütterliche Instanz nicht nur für Dich selbst so wichtig, sondern auch für Deine Kinder! Und genau dies macht Dich zu jener guten Mutter, die Du Dir gewünscht hast und sein möchtest!
Alles Gute und Liebe beim Kennenlernen Deiner inneren Mutter!
Herzlichst Roberta
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